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Schonkost für Hunde: Rezepte, Dosierung & Dauer

Geprüft von Kerstin Hein, Beraterin für Hundeernährung und Phytotherapie Aktualisiert: September 2026
Hund erholt sich entspannt und ruht behaglich.

Schonkost für Hunde ist eine leicht verdauliche, fettarme und stark vereinfachte Futterration – meist aus wenigen Zutaten wie magerem Fleisch, Reis oder Kartoffeln –, die vorübergehend gefüttert wird, wenn ein Hund eine empfindliche Verdauung zeigt, etwa nach einer Futterumstellung, Aufregung oder leichten Magen-Darm-Beschwerden. Sie ersetzt für einige Tage die gewohnte Ration, wird meist in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt gegeben und danach schrittweise wieder auf die normale Fütterung umgestellt. Wichtig vorab: Schonkost ist ein Fütterungskonzept, kein Heilmittel – bei anhaltenden, wiederkehrenden oder schweren Beschwerden gehört der Hund immer in tierärztliche Hände.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir konkrete, einfache Schonkost-Rezepte für Hunde, eine Orientierung zu Menge und Dauer sowie Antworten auf die Fragen, die uns bei KräuterNapf rund um dieses Thema am häufigsten erreichen – von "Reis oder Kartoffeln?" bis "Wie viel darf mein Hund davon bekommen?". Dieser Beitrag ist ein Spoke unseres ausführlichen Ratgebers "Darmgesundheit beim Hund", in dem wir das Thema Verdauung insgesamt einordnen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Schonkost besteht meist aus magerem Fleisch (z. B. Hühnchen) plus Reis oder Kartoffeln – gekocht, ungewürzt, ohne Fett.
  • Gefüttert wird in 3 bis 5 kleinen Portionen über den Tag verteilt, in etwa der üblichen Tagesration angepasst.
  • Als Übergangslösung gilt eine Dauer von etwa 2 bis 5 Tagen, danach schrittweise zurück zum normalen Futter.
  • Reis gilt als besonders mild, gekochte Kartoffeln als gute Alternative bei Getreideunverträglichkeit.
  • Bei Blut im Kot/Erbrochenen, Apathie oder Beschwerden länger als 1 bis 2 Tage gehört der Hund zum Tierarzt statt weiterer Eigenbehandlung.

Wie viel Schonkost darf mein Hund pro Tag bekommen?

Als grobe Orientierung wird Schonkost in etwa der Menge gefüttert, die ein Hund auch von seinem normalen Futter bekommen würde – aufgeteilt auf mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, statt ein oder zwei großer Mahlzeiten. Viele Ratgeber und Tierarztpraxen empfehlen bei akuten Beschwerden 3 bis 5 kleine Portionen täglich, damit der Magen-Darm-Trakt nicht auf einmal zu viel verarbeiten muss. Eine exakte Gramm-Angabe lässt sich pauschal nicht seriös geben, da sie von Größe, Gewicht, Alter und Aktivitätslevel des Hundes abhängt – als Faustregel dient meist die übliche Tagesration, angepasst an die individuelle Verträglichkeit an diesem Tag.

Frisst der Hund die Schonkost gut und zeigt keine Beschwerden, kann die Menge in den Folgetagen wieder in Richtung der normalen Tagesration angepasst werden. Zeigt er dagegen erneut eine empfindliche Reaktion, ist es sinnvoller, die Portionen zunächst kleiner zu halten und die Zeitabstände zu verlängern, statt die Menge zu erzwingen. Bei Unsicherheit zur passenden Menge für den eigenen Hund lohnt sich eine kurze Rücksprache mit der Tierarztpraxis, insbesondere bei Welpen, sehr kleinen Rassen oder älteren Hunden.

Ein praktischer Anhaltspunkt aus dem Alltag: Kleine Hunde (bis ca. 10 kg) kommen häufig mit 4 bis 6 kleinen Portionen à ein bis zwei Esslöffel Schonkost pro Mahlzeit aus, mittelgroße Hunde (10–25 kg) mit entsprechend größeren Portionen bei ähnlicher Häufigkeit, und große Hunde (ab 25 kg) benötigen insgesamt mehr Volumen, sollten die Menge aber ebenfalls auf mehrere Mahlzeiten verteilt bekommen. Diese Werte sind bewusst als grobe Richtschnur formuliert, nicht als exakte medizinische Dosierungsvorgabe – jeder Hund reagiert individuell, und die tatsächlich vertragene Menge zeigt sich am besten in der Beobachtung über die ersten ein bis zwei Fütterungen.

Welche Schonkost-Rezepte eignen sich für Hunde?

Klassische Schonkost für Hunde basiert auf wenigen, leicht verdaulichen Zutaten: einer mageren Proteinquelle (z. B. Hühnchen oder Pute) und einer stärkehaltigen Komponente (z. B. Reis oder Kartoffeln), beides gekocht, ungewürzt und ohne Fett oder Öl zubereitet. Je nach Anlass – empfindlicher Magen-Darm-Trakt allgemein, nach Erbrechen oder bei Durchfall – unterscheiden sich Rezepte vor allem in der Konsistenz und dem Anteil an Flüssigkeit. Nachfolgend drei einfache Grundrezepte, die sich in der Praxis bewährt haben und die sich leicht an die Größe des eigenen Hundes anpassen lassen.

Wie sieht ein Schonkost-Rezept bei empfindlichem Magen-Darm-Trakt aus?

Hühnchen-Reis-Schonkost (Grundrezept)

Zutaten (für einen mittelgroßen Hund, ca. 15–20 kg, als Tagesration):

  • 200 g Hähnchenbrustfilet, ohne Haut und Knochen
  • 150 g weißer Reis (ungekocht abgewogen)
  • ca. 500 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Hähnchenbrustfilet in kleine Stücke schneiden und in reichlich Wasser ohne Fett, Salz oder Gewürze gar kochen.
  2. Reis separat in Wasser weich kochen, bis er eine breiige Konsistenz hat.
  3. Hähnchen und Reis im Verhältnis etwa 1:1 vermischen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und in kleinen Portionen über den Tag verteilt anbieten.

Dieses Grundrezept gilt als leicht verdaulich und wird bei allgemein empfindlicher Verdauung häufig als erste Wahl gefüttert. Für kleinere oder größere Hunde die Mengen entsprechend anpassen – bei Unsicherheit zur passenden Menge hilft ein kurzer Blick auf die Zutaten-Tabelle weiter unten.

Welches Schonkost-Rezept eignet sich nach Erbrechen?

Hat ein Hund akut erbrochen, gilt zunächst: kurze Futterpause (in Absprache mit der Tierarztpraxis, meist einige Stunden), danach vorsichtig mit kleinen Mengen Flüssigkeit und anschließend mit besonders milder, wasserreicher Kost beginnen. Bewährt hat sich hier ein leichter Reisschleim oder die traditionelle Morosche Karottensuppe, die durch ihre spezielle Zubereitung als besonders bekömmlich gilt. Das ausführliche Rezept samt Zubereitungshinweisen findest du in unserem Artikel "Morosche Karottensuppe für Hunde – Rezept & Hinweise".

Reisschleim (leichte Variante):

  • 50 g Reis in reichlich Wasser (ca. 600 ml) sehr weich kochen, bis eine dünnflüssige, schleimige Konsistenz entsteht.
  • Reiswasser abseihen und lauwarm in kleinen Mengen anbieten (einige Esslöffel, je nach Größe des Hundes).
  • Verträgt der Hund den Reisschleim gut, in den Folgemahlzeiten schrittweise etwas gekochtes Hähnchen und festeren Reis ergänzen.

Erbricht der Hund wiederholt, kann er kein Wasser bei sich behalten oder wirkt er apathisch, sollte statt eigenständiger Schonkost umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden – wiederholtes Erbrechen kann auch auf ernstere Ursachen hinweisen, die über Fütterung allein nicht behandelt werden können. Grundsätzlich gilt bei einer einmaligen, unauffälligen Episode: Erst eine kurze Futterpause abwarten, dann behutsam mit Flüssigkeit und milder Kost neu beginnen, statt sofort wieder die volle Tagesration anzubieten.

Welches Schonkost-Rezept eignet sich bei Durchfall?

Bei weichem Kot oder Durchfall wird häufig auf besonders stopfende, ballaststoffarme Zutaten gesetzt. Neben der klassischen Hühnchen-Reis-Schonkost hat sich bei uns mit Zazu ein milder Haferschleim mit einem Löffel Honig bewährt – das genaue Rezept haben wir in "Zazus Haferschleim mit Honig" beschrieben. Auch geriebener, roher Apfel (ohne Kerngehäuse, in kleiner Menge) wird von manchen Hundehaltern als leichte Ergänzung genutzt, da er Pektin enthält – hier gilt aber ebenfalls: nur in kleinen Mengen und nicht bei jedem Hund gleich verträglich.

Kartoffel-Schonkost bei Durchfall:

  • 250 g Kartoffeln, geschält, in Wasser weich gekocht und zerstampft (ohne Milch, Butter oder Salz)
  • 150 g mageres, gekochtes Hähnchen- oder Putenfleisch, klein geschnitten
  • Beides vermischen und lauwarm in mehreren kleinen Portionen anbieten

Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, verschlechtert sich der Zustand des Hundes oder ist Blut im Kot sichtbar, sollte statt weiterer Schonkost-Versuche eine Tierarztpraxis kontaktiert werden – anhaltender Durchfall kann rasch zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen, insbesondere bei kleinen Hunden und Welpen. Ein einmaliger, weicher Kot ohne weitere Auffälligkeiten ist dagegen häufig harmlos und kann mit ruhiger, milder Kost und ausreichend frischem Wasser gut aufgefangen werden.

⚠️ Achtung: Hält Durchfall länger als ein bis zwei Tage an, ist Blut im Kot oder Erbrochenen sichtbar, oder wirkt der Hund apathisch und trinkt nicht mehr, sollte statt weiterer Schonkost-Versuche sofort eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Anhaltender Durchfall oder wiederholtes Erbrechen können rasch zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen, besonders bei kleinen Hunden und Welpen.

Reis oder Kartoffeln – was ist die bessere Basis für Schonkost?

Beide Zutaten werden in der Praxis erfolgreich als Basis für Schonkost eingesetzt, unterscheiden sich aber leicht in ihren Eigenschaften. Weißer Reis gilt als besonders leicht verdaulich und mild und wird deshalb häufig als erste Wahl bei akuten Beschwerden wie Durchfall empfohlen. Kartoffeln liefern ebenfalls Kohlenhydrate und werden von vielen Hunden gut vertragen, sollten dabei aber immer gekocht (nie roh) und ohne Schale gefüttert werden, da rohe Kartoffeln Solanin enthalten können, das für Hunde unverträglich ist.

In der Praxis lässt sich sagen: Reis ist häufig die mildere, "sicherere" Wahl bei akuten Verdauungsbeschwerden, während gekochte Kartoffeln sich gut eignen, wenn ein Hund Reis nicht mag, eine Getreideunverträglichkeit hat oder etwas Abwechslung in eine länger andauernde Schonkost-Phase gebracht werden soll. Welche Variante besser passt, zeigt sich oft erst im individuellen Ausprobieren – wichtig ist in beiden Fällen die reine, ungewürzte Zubereitung.

Wie viele Kartoffeln dürfen in die Schonkost meines Hundes?

Als grobe Orientierung wird die stärkehaltige Komponente – ob Reis oder Kartoffeln – meist im Verhältnis von etwa 2 Teilen Kartoffeln zu 1 Teil magerem Fleisch gegeben, angepasst an die Größe des Hundes. Für einen mittelgroßen Hund (ca. 15–20 kg) entspricht das häufig rund 200–300 g gekochten, zerstampften Kartoffeln pro Tag, verteilt auf mehrere Portionen. Bei kleinen Hunden reduziert sich die Menge entsprechend anteilig, bei großen Hunden kann sie etwas höher liegen. Diese Angabe ist eine grobe Orientierung und kein fester medizinischer Richtwert – bei Unsicherheit hilft ein Blick in die individuelle Fütterungsempfehlung der Tierarztpraxis, insbesondere wenn der Hund bereits Vorerkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht hat.

Wichtig ist außerdem, die Kartoffeln immer gut durchgegart und ohne Schale zu verwenden, da rohe oder grüne Kartoffeln für Hunde ungeeignet sind.

ℹ️ Gut zu wissen: Rohe oder grüne Kartoffeln enthalten Solanin, das für Hunde unverträglich ist. Kartoffeln für die Schonkost daher immer schälen und vollständig gar kochen – nie roh oder mit grünen Stellen verfüttern.

Wie koche ich Schonkost für meinen Hund selbst – Schritt für Schritt?

  1. Proteinquelle wählen: mageres Hähnchen- oder Putenfleisch, ohne Haut, Knochen oder Gewürze.
  2. Fleisch kochen: in reichlich Wasser gar kochen (nicht braten, kein Öl oder Fett verwenden).
  3. Beilage kochen: Reis oder geschälte Kartoffeln separat weich kochen, bis eine breiige Konsistenz entsteht.
  4. Mischen: Fleisch und Beilage im Verhältnis etwa 1:2 (Fleisch zu Kohlenhydrat) vermengen.
  5. Abkühlen lassen: die Schonkost sollte lauwarm bis zimmerwarm gefüttert werden, nicht heiß.
  6. In kleine Portionen aufteilen: über den Tag verteilt 3 bis 5 kleine Mahlzeiten statt einer großen Portion anbieten.
  7. Beobachten: Kotbeschaffenheit, Appetit und Allgemeinbefinden über die nächsten Tage im Blick behalten.

Wer die Zutaten und Reaktionen notiert – welches Rezept, welche Menge, wie hat der Hund reagiert – erkennt schneller, welche Variante für den eigenen Hund am besten funktioniert. Grundsätzliche Hintergründe zur Verdauung und Darmflora insgesamt haben wir in unserem ausführlichen Ratgeber zum Thema zusammengefasst.

Ein paar praktische Hinweise aus der Küche: Verwende möglichst frisches Fleisch statt stark verarbeiteter Ware, koche stets ohne Salz, Brühwürfel oder Fertiggewürze, und friere übrig gebliebene Schonkost-Portionen in kleinen Mengen ein, statt sie mehrere Tage im Kühlschrank aufzubewahren. So lässt sich bei Bedarf schnell eine frische Portion auftauen, ohne für jede einzelne Mahlzeit neu kochen zu müssen – gerade in den ersten, unruhigen Tagen einer empfindlichen Verdauungsphase ein spürbarer Zeitgewinn.

💡 Tipp: Koche gleich eine größere Menge Schonkost und friere sie portionsweise ein, statt täglich neu zu kochen. So hast du bei einer erneuten empfindlichen Phase sofort eine fertige Portion griffbereit, statt unter Zeitdruck erst einkaufen und kochen zu müssen.

Können Haferflocken Teil der Schonkost sein?

Ja, milde Haferflocken beziehungsweise ein daraus gekochter Haferschleim werden häufig als leichte, gut bekömmliche Ergänzung in der Schonkost eingesetzt, insbesondere in Kombination mit magerem Fleisch. Sie enthalten Ballaststoffe, die – in kleiner Menge – von manchen Hunden gut vertragen werden, sollten aber nur fein gekocht (nicht roh) und ohne Zucker, Milch oder Gewürze gefüttert werden. Ein konkretes Beispiel aus unserer eigenen Erfahrung mit Zazu, inklusive einem Löffel Honig, findest du in "Zazus Haferschleim mit Honig".

Wie bei allen neuen Zutaten gilt: erst eine kleine Menge testen und die Reaktion des Hundes beobachten, bevor Haferflocken fester Bestandteil der Schonkost werden.

Schonkost für Welpen und Senioren – gibt es Unterschiede?

Bei Welpen und alten Hunden reagiert der Organismus grundsätzlich empfindlicher auf Futterumstellungen und Verdauungsbeschwerden als bei einem gesunden, ausgewachsenen Hund im mittleren Alter. Welpen haben noch kleinere Flüssigkeits- und Energiereserven, sodass Durchfall oder Erbrechen bei ihnen schneller zu einem spürbaren Flüssigkeitsverlust führen kann. Aus diesem Grund gilt bei Welpen eine kürzere Beobachtungsfrist als bei erwachsenen Hunden: Zeigt ein Welpe länger als einen Tag Beschwerden, frisst er die Schonkost nicht oder wirkt er schlapp, sollte zügiger als bei einem erwachsenen Hund eine Tierarztpraxis kontaktiert werden, statt mehrere Tage abzuwarten.

Bei der Zubereitung selbst ändert sich für Welpen wenig – auch sie bekommen die klassische Hühnchen-Reis-Schonkost, allerdings in kleineren, dafür häufigeren Portionen über den Tag verteilt, da ihr Magen insgesamt kleiner ist und sie öfter, aber weniger auf einmal vertragen. Lange Fastenpausen, wie sie bei erwachsenen Hunden nach Erbrechen üblich sind, sollten bei Welpen nur in enger Absprache mit der Tierarztpraxis erfolgen.

Bei älteren Hunden zeigt sich Verdauungsempfindlichkeit manchmal in anderer Form – etwa als wiederkehrendes Aufstoßen, Appetitlosigkeit am Morgen oder gelegentliches Sodbrennen, das mit einer fettärmeren, leichteren Kost oft besser zu handhaben ist als mit der gewohnten Ration. Auch neigen manche Senioren nach einer Futterumstellung eher zu Blähungen; woran das liegen kann und was helfen kann, liest du in unserem Ratgeber Blähungen beim Hund. Bei Senioren mit Vorerkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes sollte die Zusammensetzung der Schonkost – insbesondere der Proteingehalt – grundsätzlich vorab mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden, da Standard-Schonkost nicht automatisch zu jeder Diätvorgabe passt.

Häufige Fehler bei der Schonkost – was du vermeiden solltest

In der Praxis schleichen sich bei der Schonkost-Fütterung ein paar wiederkehrende Fehler ein, die die Wirkung schmälern oder die Verdauung sogar zusätzlich belasten können. Der häufigste: zu viel Fett. Butter, Öl oder Fleisch mit sichtbaren Fettanteilen machen aus einer eigentlich leicht verdaulichen Mahlzeit schnell wieder eine Belastung für den empfindlichen Magen-Darm-Trakt – konsequent mageres Fleisch und eine fettfreie Zubereitung sind hier keine Kleinigkeit, sondern der Kern des Konzepts.

Ein zweiter, oft unterschätzter Fehler ist zu große Eile beim Rückwechsel zum normalen Futter. Wird die gewohnte Ration nach nur ein bis zwei guten Tagen komplett und abrupt wieder eingeführt, kann die Verdauung erneut aus dem Gleichgewicht geraten – der schrittweise Übergang über mehrere Tage, wie im Abschnitt zum Umstieg nach der Schonkost beschrieben, ist deutlich schonender.

Auch zu viele neue Zutaten auf einmal zählen zu den klassischen Stolperfallen: Wer parallel zur Schonkost noch Leckerlis, Kauartikel oder mehrere ballaststoffreiche Ergänzungen wie Flohsamenschalen ausprobiert, kann kaum noch nachvollziehen, welche Zutat wie vertragen wird. Besser ist es, während der Schonkost-Phase bewusst bei den wenigen Grundzutaten zu bleiben und neue Komponenten erst danach, einzeln und mit Abstand von einigen Tagen, zu testen.

Ein weiterer Punkt, der leicht übersehen wird: Schonkost wird manchmal über deutlich längere Zeiträume gefüttert, als eigentlich vorgesehen – aus Sorge, dem Hund mit dem normalen Futter erneut zu schaden. Da Schonkost auf Dauer nicht alle notwendigen Nährstoffe in ausgewogener Form liefert, sollte sie nicht wochenlang als alleinige Fütterung dienen. Kehrt die Verdauung nach der üblichen Dauer nicht zur Normalität zurück oder treten wiederholt Blähungen und ein aufgeblähter Bauch auf, ist das ein Signal, die Ursache tierärztlich statt allein über die Fütterung zu klären.

Schonkost-Zutaten im Überblick: geeignet, bedingt geeignet, ungeeignet

Zutat Einordnung Hinweis
Hähnchen-/Putenbrust (gekocht, ohne Haut) Geeignet Magere Proteinquelle, ohne Fett und Gewürze zubereiten
Weißer Reis (weich gekocht) Geeignet Gilt als besonders mild, klassische Basis
Kartoffeln (gekocht, geschält) Geeignet Nur gegart, nie roh oder mit Schale (Solanin)
Haferflocken (fein gekocht) Bedingt geeignet Kleine Menge, ohne Zucker/Milch, siehe unser Haferschleim-Rezept weiter oben
Gekochte Karotten (z. B. Morosche Suppe) Geeignet Zubereitung entscheidend, siehe unser Karottensuppe-Rezept weiter oben
Geriebener roher Apfel (ohne Kerngehäuse) Bedingt geeignet Nur kleine Menge, individuelle Verträglichkeit beachten
Fettiges Fleisch, Wurst, Knochen Ungeeignet Belastet den empfindlichen Magen-Darm-Trakt zusätzlich
Gewürze, Salz, Zwiebeln, Knoblauch Ungeeignet Können für Hunde unverträglich bis giftig sein
Milchprodukte (Joghurt, Milch) Ungeeignet Viele Hunde vertragen Laktose schlecht

Wie lange darf ich meinem Hund Schonkost geben?

Schonkost ist als kurzfristige Übergangslösung gedacht und wird üblicherweise für etwa 2 bis 5 Tage gefüttert, bis sich die Verdauung des Hundes wieder normalisiert hat. Bessert sich der Zustand, erfolgt der Übergang zurück zum gewohnten Futter schrittweise über mehrere Tage, indem die normale Ration langsam untergemischt wird – ein abrupter Rückwechsel kann die Verdauung erneut belasten. Als grobe Orientierung gilt: Zeigt sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen keine Besserung, oder verschlechtert sich der Zustand des Hundes, sollte statt einer längeren Eigenbehandlung eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Schonkost ist ausdrücklich nicht als dauerhafte Futterumstellung gedacht, da sie auf Dauer nicht alle notwendigen Nährstoffe in ausgewogener Form liefert. Sie dient als vorübergehende Entlastung, nicht als langfristige Ernährungsform.

Manche Hunde neigen dazu, wiederkehrend empfindlich auf ihr reguläres Futter zu reagieren – etwa bei jedem Futterwechsel oder in stressigen Phasen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit der Tierarztpraxis zu klären, ob eine dauerhaft angepasste, leicht verdauliche Grundfütterung sinnvoller ist als wiederholte, kurzfristige Schonkost-Phasen. Häufige Wiederholungen von Schonkost sind ein Signal, das Gesamtbild der Fütterung genauer zu betrachten, statt das Symptom immer wieder nur kurzfristig zu behandeln.

Wie geht es nach der Schonkost weiter?

Hat sich die Verdauung des Hundes wieder stabilisiert, wird das gewohnte Futter über mehrere Tage schrittweise wieder eingeführt, indem der Anteil der Schonkost langsam reduziert und der Anteil des normalen Futters langsam erhöht wird. In dieser Übergangsphase setzen manche Hundehalterinnen und Hundehalter zusätzlich auf eine bewusste, kräuterbasierte Fütterung, um die Rahmenbedingungen für eine ausgeglichene Verdauung weiter zu unterstützen. Der Napf Pesto von KräuterNapf, bestehend aus einer Kräuterkomposition mit unter anderem Melisse und Kamille sowie einer separaten Ölkomposition, wird von vielen Hundehaltern nach einer Schonkost-Phase als ergänzender Baustein in die normale Fütterung eingebaut – als Unterstützung neben, nicht statt einer ausgewogenen Grundernährung. Mehr zum Hintergrund von Darmflora und Verdauung insgesamt findest du in unserem Ratgeber "Darmgesundheit beim Hund", und wie du die Darmflora nach einer belastenden Phase gezielt wieder aufbaust, beschreiben wir ausführlich in "Darmflora beim Hund aufbauen".

Für den gezielten Aufbau der Darmflora nach der Schonkost setzen manche Halterinnen und Halter zusätzlich auf Präbiotika und Probiotika, die die Ansiedlung nützlicher Darmbakterien unterstützen sollen. Auch bestimmte Ballaststoffe wie Inulin gelten als Nahrung für diese Bakterien und werden von manchen Haltern in dieser Phase ergänzend eingesetzt. Einige greifen dabei zusätzlich erneut zum Napf Pesto zurück, dessen Kräuter- und Ölkomposition als ergänzender Baustein einer ausgewogenen Fütterung dient – auch hier gilt: Ergänzungsfuttermittel, kein Ersatz für tierärztliche Behandlung. Wer sich grundsätzlich für eine kräuterbasierte Fütterung interessiert, findet in unserem Überblick "Kräuter für Hunde" weitere Hintergründe dazu, welche Kräuter in der Hundefütterung traditionell eine Rolle spielen und worauf bei der Dosierung zu achten ist.

Wann sollte ich mit meinem Hund statt Schonkost lieber zum Tierarzt?

Schonkost eignet sich für leichte, kurzfristige Verdauungsempfindlichkeiten – sie ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung. Eine Tierarztpraxis sollte aufgesucht werden, wenn:

  • Durchfall oder Erbrechen länger als ein bis zwei Tage anhalten
  • Blut im Kot oder Erbrochenen sichtbar ist
  • der Hund apathisch wirkt, nicht trinkt oder deutlich an Gewicht verliert
  • Fieber, starke Bauchschmerzen oder ein aufgeblähter Bauch auffallen
  • es sich um einen Welpen, einen alten Hund oder ein bereits vorerkranktes Tier handelt
  • die Beschwerden trotz Schonkost wiederkehren oder sich verschlimmern

In all diesen Fällen gilt: Bei anhaltenden Beschwerden bitte immer tierärztlich abklären, bevor eigenständig weiter mit Hausmitteln oder Schonkost experimentiert wird.

Passend dazu:

Häufig gestellte Fragen zur Schonkost beim Hund

Wie viel Schonkost sollte ein Hund pro Tag bekommen?

Als grobe Orientierung dient die übliche Tagesration des Hundes, aufgeteilt auf 3 bis 5 kleine Portionen. Eine exakte Gramm-Angabe hängt von Größe, Gewicht und Aktivität ab – bei Unsicherheit hilft die Tierarztpraxis bei der individuellen Einschätzung.

Welche Rezepte eignen sich als Schonkost bei Magen-Darm-Beschwerden?

Bewährt haben sich einfache Rezepte aus magerem, gekochtem Fleisch mit Reis oder Kartoffeln sowie milder Reisschleim oder die Morosche Karottensuppe. Wichtig ist eine reine, ungewürzte Zubereitung ohne Fett.

Welches Schonkost-Rezept eignet sich nach Erbrechen?

Nach akutem Erbrechen wird meist zunächst mit kleinen Mengen Flüssigkeit und einem sehr milden Reisschleim begonnen, bevor schrittweise festere Schonkost mit magerem Fleisch ergänzt wird. Bei wiederholtem Erbrechen bitte tierärztlich abklären.

Reis oder Kartoffeln – was ist besser für die Schonkost meines Hundes?

Beide werden erfolgreich eingesetzt. Reis gilt als besonders mild und wird häufig bei akuten Beschwerden bevorzugt, gekochte Kartoffeln eignen sich gut als Alternative, etwa bei Getreideunverträglichkeit – wichtig ist in beiden Fällen die reine, gegarte Zubereitung.

Kann ich Haferflocken in die Schonkost meines Hundes geben?

Ja, fein gekochte Haferflocken in kleiner Menge werden von vielen Hunden als milde Ergänzung gut vertragen. Sie sollten ohne Zucker oder Milch zubereitet und zunächst in kleiner Menge getestet werden.

Wie lange darf ich meinem Hund Schonkost geben, bevor ich zum Tierarzt gehe?

Schonkost ist für etwa 2 bis 5 Tage als Übergangslösung gedacht. Zeigt sich innerhalb von 2 bis 3 Tagen keine Besserung oder verschlechtert sich der Zustand, sollte statt weiterer Eigenbehandlung eine Tierarztpraxis aufgesucht werden.

Muss ich bei einem Welpen mit Durchfall anders vorgehen als bei einem erwachsenen Hund?

Ja, Welpen haben kleinere Reserven und reagieren schneller empfindlich auf Flüssigkeitsverlust. Die Schonkost-Rezepte selbst ändern sich kaum, aber die Beobachtungsfrist sollte kürzer sein – hält ein Welpe die Schonkost nicht bei sich oder wirkt schlapp, gehört er zügiger zur Tierarztpraxis als ein erwachsener Hund.

Wie unterstütze ich die Darmflora meines Hundes nach der Schonkost?

Nach dem schrittweisen Rückwechsel zum normalen Futter setzen manche Halterinnen und Halter ergänzend auf Präbiotika, Probiotika oder Ballaststoffe wie Inulin, die die Ansiedlung nützlicher Darmbakterien unterstützen sollen. Auch eine kräuterbasierte Fütterung, etwa mit dem Napf Pesto, wird von einigen Haltern in dieser Phase ergänzend eingesetzt.

Stand: 13. September 2026 · Zuletzt aktualisiert: 13. September 2026. Autor: Kerstin Hein, Beraterin für Hundeernährung und Phytotherapie